„Nimm Dir Zeit zu träumen. Das bewegt Dein Gefährt zu den Sternen.“

Irischer Segenswunsch

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Jedes Märchen wird dann lebendig, wenn es erzählt wird. Erzählen schafft Nähe. Und diese Nähe tut gut. Meine Freude am Spiel mit dem Wort war schon immer sehr groß. Wort an Wort baut sich eine Geschichte auf, in der ich nicht nur in lauten und leisen Nuancen sprechen, sondern auch in ganz unterschiedliche Rollen schlüpfen kann. In welcher finde ich mich, in welcher finden Sie sich? Das ist spannend und hält lebendig. Indem ich erzähle, möchte ich auch Interesse wecken an den alten Kulturgütern Märchen, Mythen, Sagen und Legenden. Und vielleicht darf ich mithelfen, sie zu erhalten. In einer Welt, die hoch technisiert und schnelllebig ist, möchte ich mit dem Erzählen versuchen zu Unruhe, Unrast, Hektik und Lautstärke einen Gegenpol zu schaffen, der hilft zu entschleunigen und zu entspannen. Meine Freude und Begeisterung über alte Geschichten möchte ich gerne weitergeben und glaube fest daran, dass in Märchen etwas Heilsames und Wohltuendes ist, eine Botschaft, die hilfreich ist zur Wegfindung und lehren kann sich selbst und andere besser zu verstehen. Gerade Schicksalswege im Märchen können helfen mit Herausforderungen im Leben ganz anders umzugehen und Lebenskunst zu erlernen, sich dem Lebensfluss anzuvertrauen. So manches Bild und Symbol, das in die Tiefen der Seele fällt, kann zum wichtigen Hinweis werden Lebensziele besser zu erreichen oder zu erkennen, dass der Weg das Ziel ist. Wie die Heldinnen und Helden der Märchen können die Zuhörer lernen, sich auf Neues einzulassen, das eigene Leben anders, nicht selten offener und freier zu gestalten und dabei glücklich zu werden. Liebe und Freundschaft kommen dabei als innere Werte nicht zu kurz, ebenso wie Verständnis, Achtung und Liebe für alles Leben, unabhängig, ob es dabei um Menschen, Tiere, unsere Erde oder die Schöpfung geht. Nicht selten lädt eine freie und weite Spiritualität zum Leben in Fülle ein.

Erzählen gehört zu den ältesten Berufen der Menschheit und geht auf eine jahrtausende alte Tradition zurück. Erzähltechniken sind nicht nur uralt, sondern gehören auch zum ältesten Menschheitswissen. Der Mythos ist die älteste Form erzählter Geschichten und sucht Antwort auf die existenziellen Fragen „Woher komme ich?“, Wohin gehe ich?“, „Wozu lebe ich?“ So vermitteln erzählte Geschichten Welterfahrung und erweitern die eigene Erlebnisfähigkeit ins Transzendentale. Erzählen ist eine Kunstform. Gedacht, überlegt, erzählt wird, seit es den Menschen gibt. An die alte Erzähltradition möchte ich gerne anknüpfen. Es gehört zu meiner Berufung, und ich bin mit ganzem Herzen dabei.

Erzählte Geschichten erinnern an unsere frühe Kindheit, zeigen auf wie wichtig es ist, das eigene Kinderherz nicht zu verlieren und weisen auf unsere Entwicklung hin. Somit sind Geschichten nicht ausschließlich Unterhaltung, sondern sie helfen uns auch heute noch, unsere Sehnsüchte und Träume, unser Vertrauen und unsere Hoffnung ernst zu nehmen, besser zu verstehen und zur Entfaltung zu bringen. Das eigene Leben, die Welt und das Schicksal können dadurch anders gesehen und der persönliche Lebenssinn entdeckt werden.

Lassen Sie sich mit Geschichten Mut machen und Vertrauen schenken zum Leben und Lieben.

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